Symptome

Die klassischen Symptome der Apfeltriebsucht treten im Herbst auf. Die beste Zeit für eine Bonitur ist deshalb der Monat Oktober. Jedoch können auch im Frühjahr bei Blattaustrieb Symptome beobachtet werden, die auf einen Befall mit Apfeltriebsucht hindeuten.
Die Symptome werden in sichere und unsichere Symptome unterschieden. Bei den sicheren Symptomen ist kein weiterer Nachweis mittels ELISA oder PCR nötig. Die unsicheren Symptome können jedoch auch durch andere biotische oder abiotische Faktoren hervorgerufen werden. In diesem Fall kann ein eindeutiger Nachweis des Apfeltriebsuchtbefalls nur durch einen molekularen Test (PCR) erfolgen.


Sichere Symptome

können vorwiegend im Herbst beobachtet werden. Dies sind:

- Hexenbesen
- vergrößerte, gezahnte Nebenblätter

Vergrößerte, gezahnte Nebenblätter treten auch bei den ersten Blättern im Frühjahr auf. Sie weisen auf einen Apfeltriebsuchtbefall im Vorjahr hin. Später austreibende Blätter haben dann zumeist keine vergrößerten Nebenblätter. Diese treten erst wieder im Herbst auf.


Hexenbesen (Foto W. Jarausch) Hexenbesen (Foto W. Jarausch)
Vergrößerte, gezahnte Nebenblätter
(Foto U. Harzer)
Vergrößerte Nebenblätter
(Foto A. Fried)



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Unsichere Symptome

Treten folgende Symptome im Herbst alleine für sich auf, besteht ein Verdacht auf Apfeltriebsucht. Treten mehrere dieser Symptome zusammen auf, kann im Allgemeinen von einem Apfeltriebsucht-Befall ausgegangen werden.

- Kleinfrüchtigkeit
- gestauchte Triebe
- Nachblüte
- Rotlaubigkeit


Kleinfrüchtigkeit (Foto A. Fried) Kleinfrüchtigkeit (Foto W. Jarausch)
Gestauchter Trieb (Foto U. Harzer) Gestauchter Trieb (Foto W. Jarausch)
Nachblüte im Herbst
(Foto U. Harzer)
Nachblüte im Spätherbst
(Foto W. Jarausch)
vorzeitige Rotlaubigkeit einzelner Triebe (Foto U. Harzer) vorzeitige Rotlaubigkeit des ge- samten Baumes (Foto W. Jarausch)
Rotfärbung der Triebe im Winter
(Foto I. Lampe, A. Beck)
gestauchter Trieb mit Rotfärbung im Spätherbst (Foto W. Jarausch)



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Frühjahrssymptome

Im Frühjahr deuten folgende Symptome auf Apfeltriebsucht-Befall hin:

- vorzeitiges Austreiben
- Austreiben der Blätter mit roten Blattspitzen
- vergrößerte Nebenblätter (-> sichere Symptome)


Austreiben der Blätter mit roten Blattspitzen (Fotos I. Lampe, A. Beck)


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Korrelation von Symptomen mit dem Nachweis von Phytoplasmen

Zur Beurteilung von sicheren und unsicheren Symptomen wurde im Rahmen des INTERREG IIIA-Projekts anhand repräsentativer Proben die Korrelation zwischen visuellen Symptomen und dem Nachweis von Candidatus Phytoplasma mali mittels PCR ermittelt. In der nachfolgenden Tabelle sind die Daten aus 2005 und 2006 zusammengefaßt. Die PCR Ergebnisse bestätigen, dass Hexenbesen und vergrößerte Nebenblätter sichere Symptome der Apfeltriebsucht sind. Sie genügen auch als alleiniges Symptom, um Apfeltriebsucht sicher zu bonitieren (Daten nicht gezeigt). Unsichere Symptome wie Kleinfrüchtigkeit, gestauchte Triebe und Nachblüte sind als alleiniges Symptom nicht gut mit dem Nachweis der Phytoplasmen korreliert (Daten nicht gezeigt). In Kombination mit weiteren als unsicher eingestuften Symptomen besteht jedoch eine recht hohe Korrelation mit dem PCR Nachweis wie in der Tabelle dargestellt. Vorzeitige Rotlaubigkeit, partiell oder des gesamten Baumes, wird als am wenigsten verlässliches Symptom beurteilt. Wie der Tabelle zu entnehmen ist, konnten nur in etwa einem Drittel der Bäume, die lediglich Rotlaubigkeit aufwiesen, Phytoplasmen nachgewiesen werden. Vorzeitige Rotlaubigkeit tritt jedoch häufig gemeinsam mit anderen Symptomen auf und hat dann eine Korrelation von 77% mit dem Nachweis der Phytoplasmen. Rotlaubige Bäume sollten deshalb immer genauer auf weitere Symptome untersucht werden. Im Frühjahr können Apfeltriebsucht-befallene Bäume am vorzeitigen Austreiben ihrer Blätter erkannt werden.






Symptom * Proben gesamt Anzahl PCR+ PCR+ (%)
Hexenbesen 150 146 97,3%
Nebenblätter 87 85 97,7%
Kleinfrüchtigkeit 28 25 89,3%
gestauchte Triebe 43 24 55,8%
Nachblüte 9 6 66,7%
Rotlaubigkeit 17 6 35,3%
partielle Rotlaubigkeit 9 2 22,2%
vorzeitiges Austreiben 15 13 86,7%

* Symptom als einziges Symptom oder als wichtigstes Symptom in einer Kombination mit weiteren Symptomen




Zeitpunkt der Bonitur

Der beste Zeitpunkt zur visuellen Bonitur der Apfeltriebsucht-Symptome ist der Spätherbst, obwohl viele Symptome bereits ab Spätsommer sichtbar sind. Speziell die Kleinfrüchtigkeit ist am besten während der Ernte zu beurteilen. Im Rahmen des INTERREG-Projekts wurden im Jahre 2006 zwei Anlagen sowohl im September als auch im Spätherbst (Ende Oktober/Anfang November) bonitiert. In der Grafik ist zu sehen, dass zu dem späteren Boniturzeitpunkt doppelt so viele Bäume mit sicheren Symptomen gefunden wurden wie im September. Es wird daher empfohlen, kleinfrüchtige Bäume bei der Ernte zu markieren und die Bonitur erst spät durchzuführen. Im Spätherbst ist auch die Rotlaubigkeit stärker entwickelt und rotlaubige Bäume sollten in jedem Fall genauer auf sichere Symptome untersucht werden.




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