Befallsituation in den Anbaugebieten der INTERREG-Region

Die Befallsituation in einem Anbaugebiet wurde im Zeitraum des INTERREG-Projekts beurteilt durch

  1. die Ermittlung des Befallsgrades in Referenzanlagen durch visuelle Bonituren anhand der im Punkt Symptome beschriebenen Symptomklassifizierung, durchgeführt durch die im Projekt beteiligten Institutionen
  2. die Auswertung von Fragebögen-Aktionen zur Befallsituation in den einzelnen Betrieben eines Anbaugebiets

Des Weiteren wurden in den Referenzanlagen durch regelmäßige Klopfproben die Psylliden-Populationen bestimmt. Eine Risikoabschätzung der weiteren Ausbreitung der Krankheit kann aus den Informationen über den Befall in den Anlagen und über die Populationsdichten der Überträger abgeleitet werden.




1. Befallsgrad in den Referenzanlagen

Pro Region wurden repräsentative Anlagen ausgewählt, in denen der Befall 2005 und 2006 visuell bonitiert wurde, und in denen gleichzeitig die Population der Psylliden durch Klopfproben bestimmt wurde. Stichproben symptomatischer und nicht symptomatischer Bäume wurden mit PCR auf Phytoplasmen getestet. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der Bonitur-Ergebnisse für die Jahre 2005 und 2006.


        2005 2005 2006 2006


Region
Deutschland
Vorderpfalz 1 1988 416 22 25 14 57
  2 1989 659 11 1 k. A. k. A.
  3 2002 2220 4 3 k. A. k. A.
  4 1994 631 30 6 37 12
  5 2002 253 k. A. 0 55 13
 
Südpfalz 1 1989-90 1372 10 10 10 8
  2 1989-03 1505 4 2 8 2
  3 1989-95 933 2 0 2 2
  4 1991 1319 5 17 13 20
 
Nordbaden 1 1994 72 k. A. 5 k. A. 38
  2 1993 644 k. A. 5 k. A. 3
  3 1994-95 1078 k. A. 20 k. A. 24
 
Mittelbaden 1 1991-92 263 28 10 k. A. k. A.
  2 1978 118 27 2 k. A. k. A.
 
Südbaden 1 1987 1 k. A. 12 k. A. k. A.
Frankreich
Elsass 1 1993 720 k. A. 20 k. A. k. A.
  2 1998 3000 k. A. 20-25 k. A. k. A.
  3 1990 6000 k. A. 20-25 k. A. k. A.
Schweiz
Aargau 1 1976-04 1873 k. A. 0-5 k. A. k. A.
Solothurn 2 1976 0,6 k. A. 50 k. A. k. A.

k. A. = keine Angabe, d.h. Boniturdaten wurden nicht erhoben bzw. die Anlage wurde im Jahr 2006 gerodet





Es wurden bewusst Anlagen verschiedenen Alters mit unterschiedlichen Sorten ausgewählt, um die Bandbreite des Befalls in einer Region einschätzen zu können. Als wichtigstes Ergebnis ist festzuhalten, dass aktuell (Daten 2005/2006) die Apfeltriebsucht in allen Anbaugebieten des INTERREG-Gebiets vorkommt. In allen Regionen wurden Anlagen mit starkem Befall (10 - 50% sichere Symptome) gefunden. Der teilweise hohe Prozentsatz an unsicheren Symptomen lässt darauf schließen, dass der tatsächliche Befall noch wesentlich höher liegt. Die stichprobenhaft erhobenen PCR-Daten zeigen, dass in ca. der Hälfte der Bäume mit unsicheren Symptomen Phytoplasmen nachweisbar waren. Der Befallsgrad in den einzelnen Anlagen ist z.T. sehr unterschiedlich, was auf die unterschiedlichen Sorten und Anbaubedingungen zurückzuführen ist. Tendenziell sind ältere Anlagen stärker befallen. Eine Zunahme des Befalls von 2005 auf 2006 konnte besonders in der Vorderpfalz und in Nordbaden festgestellt werden. Für weitergehende Analysen reichen die erhobenen Daten nicht aus.

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2. Befallsgrad gemäß Angaben der Anbauer

Um eine breitere Datengrundlage zu erhalten, wurden im Winter 2005/2006 mithilfe von Fragebögen Apfelanbauer in den Regionen Vorderpfalz, Südpfalz, Nordbaden und Elsass direkt zur Höhe des Befallsgrades in ihren Betrieben befragt. Der Rücklauf der Fragebögen lag bei mindestens 10%.
Für die Vorderpfalz konnten Angaben von 24 Betrieben, die eine Anbaufläche von 122 ha repräsentieren, erhalten werden, für die Südpfalz Angaben von 22 Betrieben (61 ha Anbaufläche) und für Nordbaden Angaben von 11 Betrieben (62 ha Anbaufläche). Für das Elsass liegen Angaben für 12 Betriebe vor.
Lediglich 5 der 57 Betriebe in Deutschland hatten keinen Apfeltriebsuchtbefall. Im Elsass waren dies 4 von 12 Betrieben. Die Mehrheit der Betriebe in der Vorderpfalz (63%) und in der Südpfalz (82%) meldete einen Befall bis 5%. Nur in wenigen Betrieben der Vorderpfalz (29%) lag der Befall bei 5-20% und in einem Betrieb in der Südpfalz sogar über 20%. In Nordbaden hatten etwa gleich viele Betriebe einen Befall bis 5% bzw. einen Befall von 5-20%. Im Elsass gaben 33% der Betriebe einen Befall bis 5% an, 25% der Betriebe einen Befall von 5-20% und immerhin 9% der Betriebe einen Befall über 20%.

Apfeltriebsuchtbefall wurde im gesamten Sortenspektrum festgestellt. Befall wurde in folgenden Sorten gemeldet: Alkmene, Arlet, Boskop, Braeburn, Cox Orange, Delbarestivale, Elstar, Fuji, Gala, Gala Royal, Galaxy, Gloster, Goldparmäne, Golden Delicious, Idared, Jonagold, Melrose, Pinova, Red Elstar, Rubinette.



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